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Hier gebe ich Ihnen einen kurzen Überblick über die von mir angewandten Verfahren:

1. Verhaltenstherapie

            Die Verhaltenstherapie ist ein wissenschaftlich begründetes Verfahren, das innerhalb der Grundlagenforschung der Psychologie entwickelt wurde. Ursprünglich bezog sich die Verhaltenstherapie auf Lernprozesse, die man für die Entstehung psychischer Störungen verantwortlich machte und innerhalb der Psychotherapie umzukehren versuchte. Deshalb bezogen sich die Veränderungsbemühungen in erster Linie auf aktuell beobachtbares Verhalten. Der Biografie der Patienten wurde damals kaum Beachtung geschenkt. Dies änderte sich ungefähr in den 70er Jahren, als damit begonnen wurde, das was Menschen denken und fühlen und wie überdauernde Einstellungen und Handlungsstrategien im Laufe des Lebens entstanden sind in die Theorie und Therapie psychischer Störungen einzubeziehen.

            Heute kann man sagen, dass Verhaltenstherapie sich darum bemüht, den Patienten neue Erfahrungen zu ermöglichen, um problematische Denk- und Handlungsmuster, die im Laufe des Lebens entstanden sind, zu überwinden. Auch die Bedeutung von Gefühlen und deren Bewältigung sowie neurophysiologische und andere körperliche Prozesse werden in Erklärungsmodellen und Behandlungsansätzen der Verhaltenstherapie berücksichtigt. Die Anzahl der Methoden hat sich im Laufe der Jahrzehnte, in denen die Verhaltenstherapie besteht, erheblich vergrößert, wobei deren Wirksamkeit immer wieder wissenschaftlich überprüft wurde.

            Die wichtigsten Methoden sind: Konfrontationen mit angstbesetzten Situationen mit dem Ziel, die Angst zu bewältigen, das Erlernen neuer Verhaltensweisen, um bestimmte Lebensprobleme besser lösen zu können, die Veränderung von problematischen Einstellungen, die Störungen verursacht haben sowie das Erlernen und Einüben von neuen Bewältigungsmöglichkeiten für unangenehme Gefühlszustände und Krisensituationen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Verhaltenstherapie ist die Aufklärung des Patienten über bestimmte bekannte Störungsbilder und deren Überwindung (Psychoedukation), um den Patienten zu befähigen,  selbst Therapeut in eigener Sache zu werden.

            Die Beschäftigung mit der persönlichen Geschichte des Patienten gehört heute ausdrücklich auch zu einer Verhaltenstherapie. Sie hilft dem Patienten, zu verstehen, wie seine Probleme entstanden sind und gibt ihm die Entscheidungsfreiheit, in der aktuellen Lebensphase andere Wege zu erproben, auch wenn er unter seinen besonderen Entwicklungsbedingungen Strategien erlernt hat, die sich aktuell als ungünstig erweisen. 

2. Hypnose

Diese Behandlungsform beruht auf einer Veränderung von körperlichen und seelischen Zuständen durch Suggestion. Der Patient wird dabei in einen Zustand der Trance  (Zustand zwischen Wachen und Schlafen mit veränderter Bewusstseinslage) versetzt. Dies führt einerseits zu einer sehr tiefen Entspannung und ermöglicht andererseits einen anderen Zugang zum Körpererleben und zu Gefühlszuständen als im Wachzustand. Dabei sind Wille und Entscheidungsfreiheit des Hypnotisierten in vollem Umfang erhalten (entgegen der landläufigen Meinung über dieses Verfahren).

Ich nutze Hypnose-Techniken zur Tiefenentspannung, zur Veränderung des Schmerzerlebens bei chronischer Schmerzsymptomatik, zum Aufbau positiver Zukunftsvisionen, zum Bewusstmachen von Stärken und bisherigen Lebenserfolgen und zur Vorbereitung auf die Konfrontation mit Ängsten und bisher vermiedenen Herausforderungen. 

3. EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)

Hierbei handelt es sich um eine relativ neue Methode zur Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen. Die Methode wurde Anfang der 1990er Jahre in den USA von Francine Shapiro entwickelt. Sie beruht einerseits auf der Konfrontation mit einem konkreten traumatischen Geschehen, das der Patient  erlitten hat, auf Vorstellungsebene. Während dieser Vorstellung findet eine Stimulation beider Gehirnhälften statt - entweder über Augenbewegungen (klassische Methode), abwechselnde Berührung beider Hände oder abwechselnde Geräusche auf beiden Ohren. Dies fördert den Verarbeitungsprozess des Traumas und hilft dem Patienten die typischen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (Übererregung, Wiedererleben des traumatischen Ereignisses in Alpträumen oder im Wachzustand und Vermeidung von allem, was an das Ereignis erinnert) abzumildern und zu bewältigen sowie das Geschehen wieder realistisch einzuordnen. Die Wirksamkeit dieser Methode konnte in vielen Studien belegt werden. Da sich EMDR gut mit verhaltenstherapeutischen Methoden kombinieren lässt, biete ich sie auch als Teil einer verhaltenstherapeutischen Behandlung an.   
 

Ablauf einer Psychotherapie

Psychotherapie ist die Behandlung einer psychischen Störung von Krankheitswert. Dabei gehen Psychotherapeut und Patient ein Arbeitsbündnis ein, das zum Ziel hat, die Störung zu überwinden oder zu bewältigen, um dem Patienten ein unbeschwerteres Leben zu ermöglichen. Der Therapeut verpflichtet sich dabei, nach dem neuesten Stand der Erkenntnisse Behandlungsmethoden zur Verfügung zu stellen und diese auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten anzuwenden. Im Gegenzug verpflichtet sich der Patient zur Mitarbeit und die in den Sitzungen getroffenen Vereinbarungen zu erfüllen oder dies wenigstens zu versuchen. Jeder Schritt wird zwischen Therapeut und Patient ausgehandelt. Ohne ernsthafte Mitarbeit des Patienten ist jeder Psychotherapie zum Scheitern verurteilt. Für diese enge Zusammenarbeit bei z. T. sehr schmerzlichen und belastenden Themen ist eine Vertrauensbasis die wichtigste Voraussetzung. Deshalb wird zu Beginn der Psychotherapie in den sog. probatorischen Sitzungen geprüft, ob eine solche Basis möglich ist. Kein Patient sollte sich auf eine Psychotherapie einlassen, wenn er kein Vertrauen zu dem Therapeuten entwickeln kann. In der probatorischen Phase prüft der Therapeut außerdem, ob eine psychische Störung von Krankheitswert vorliegt und ob die Behandlungsmethoden, die ihm zur Verfügung stehen, geeignet sind, das Problem zu lösen. Wenn alle diese Fragen mit ja beantwortet werden können, kann die eigentliche Psychotherapie beginnen. Der Therapeut schlägt einen Behandlungsplan vor, der dann mit dem Patienten zusammen konkretisiert und gegebenenfalls verändert wird.