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Das Grundkonzept der Behandlung von psychischen Trauma-Folgen in meiner Praxis ist bei den verschiedenen Störungsgruppen gleich, wird aber an individuelle Bedürfnisse der einzelnen Patienten angepasst.

Zunächst findet eine ausführliche Exploration des Ereignisses, des subjektiven Erlebens des Betroffenen, der Lebens- und Arbeitssituation sowie der persönlichen Entwicklung statt. Dies dient der diagnostischen Einordnung des Geschehens. Daraus abgeleitet, wird der Patient über die gefundenen Zusammenhänge aufgeklärt, um ihm zu helfen, das Erlebte zu verstehen und einzuordnen und den daraus abgeleiteten Therapieplan beurteilen zu können. Diese Psychoedukation führt in der Regel zu einer ersten Entlastung, weil alle Patienten sehr irritiert über die meist heftige Symptomatik sind und dies als persönliche Schwäche erleben. Auch der Therapieplan wird ausführlich mit dem Patienten besprochen, um eine informierte Zustimmung zu erreichen. Nur wenn der Patient sich  mit innerer Überzeugung auf die Behandlung einlassen kann, ist die Therapie erfolgversprechend.

Die eigentliche Therapie beginnt dann mit stabilisierenden Maßnahmen in Form von Entspannungs- und Phantasieübungen. Dies dient der allgemeinen Beruhigung der typischen Übererregung nach dem Trauma und der Vorbereitung auf den konfrontativen Teil der Psychotherapie. Die Dauer dieser Therapiephase wird an die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Patienten angepasst.

Danach folgt die Traumakonfrontation mit EMDR (siehe Seite „Psychotherapie“, wo das Verfahren erklärt wird). Ziel ist eine Verarbeitung und Bewältigung des Geschehens, was an einer Verminderung der psychischen Symptome erkennbar wird.

Obwohl durch die Traumakonfrontation in der Regel eine deutliche Besserung der Symptomatik eintritt besteht bei den meisten Patienten weiter eine starke Angst vor dem Ort des Geschehens. Da es sich hierbei meist um den Arbeitsplatz handelt, ist das besonders dramatisch und kann eine Wiedereingliederung ins Arbeitsleben behindern. Deshalb ist bei den meisten Betroffenen eine reale Konfrontation mit dem Ort des Geschehens erforderlich, die in Begleitung der Therapeutin durchgeführt wird. Nach meiner Erfahrung bringt dies den eigentlichen Durchbruch bei der Bewältigung des Geschehens und der Ermöglichung, den normalen Alltag wieder leben zu können.

Nach erfolgreichem Abschluss der konfrontativen Therapiephase folgt eine Wiedereingliederung an den Arbeitsplatz. Dies kann durch ein Gespräch mit dem Arbeitgeber und dem Reha-Manager der Berufsgenossenschaft in Begleitung der Psychotherapeutin eingeleitet werden, wenn dazu Bedarf besteht. Dann folgt die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit mit stufenweiser Erhöhung der Arbeitszeit. Während der Wiedereingliederung ist der Betroffene weiter krankgeschrieben und erhält Kranken- bzw. Verletztengeld.  Dieser Prozess wird ebenfalls psychotherapeutisch begleitet, um direkt auf Irritationen am Arbeitsplatz reagieren und die Bewältigung unterstützen zu können.

Ergänzt werden die verschiedenen Maßnahmen durch Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie, um durch das Trauma veränderte Sichtweisen der Realität (z.B. Überschätzung der Gefährlichkeit einer Situation) und Einstellungen (z.B. negativ gefärbte Sichtweisen auf die eigene Person, die Umwelt und die Zukunft) zu korrigieren.

Risiken und Nebenwirkungen

Nicht nur medikamentöse und operative Behandlungen haben Risiken und Nebenwirkungen. Dies gilt grundsätzlich auch für die Psychotherapie. In dem vorliegenden Psychotherapie-Konzept kann die stabilisierende Phase dazu führen, dass Vermeidungsverhalten verstärkt und damit der Heilungsprozess verzögert wird. In den konfrontativen Phasen kann es (meist vorübergehend) zu einer Intensivierung der Symptomatik kommen. Hierbei ist es wichtig, dass die Konfrontation nicht beendet wird, wenn die Symptome zugenommen haben. Dies würde zu einer dauerhaften Verschlimmerung führen.

Im Großen und Ganzen habe ich aber gute Erfahrungen mit dem Vorgehen gemacht. Die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen der Therapie ist die von innerer Überzeugung getragene Zustimmung des Patienten.

Besonderheiten der Behandlung zu Lasten der Berufsgenossenschaften


Berufsgenossenschaften sind nur dann verpflichtet, die Behandlungskosten zu übernehmen, wenn die Symptomatik eindeutig im Zusammenhang mit einem Arbeitsunfall (wozu auch Überfälle zählen) oder einem Wege-Unfall steht. Da diese berechtigt sind, dies zu überprüfen, sind alle Behandler verpflichtet, Berichte über die Behandlung anzufertigen und den jeweiligen Sachbearbeitern zuzusenden. Die Betroffenen haben das Recht, alle Unterlagen, die an die Berufsgenossenschaft gesandt wurden, einzusehen. Zu Beginn der Therapie werden die Patienten darüber informiert und gebeten, eine entsprechende Entbindung von der Schweigepflicht zu unterschreiben. Wenn dies abgelehnt werden sollte, kann die Berufsgenossenschaft die Kosten nicht übernehmen.